Gerechte Löhne- soziale Sicherheit -gute Arbeit in Europa!
Unter diesem Motto begingen ca. 300 Bürger aus der Kernstadt und den Ortsteilen von KW den diesjährigen 1. Mai zum zweiten Mal auf der Mühleninsel bei bester Laune und bei Königs-, ja man musste schon ohne große Übertreibung konstatieren, bei bestem Kaiserwetter. Jörg Meinicke-Kleint, Kreisvorsitzender der IG BAUEN, AGRAR und UMWELT eröffnete gegen 10.30 Uhr wie bereits in den zurückliegenden zehn Jahren traditionell die Veranstaltung, die von den Gewerkschaften der Polizei (GdP), ver.di, der IG Metall und der IG Bau und von Der Linken organisiert wurde und hieß alle Anwesenden, großen Optimismus ausstrahlend, willkommen. Meinicke-Kleint brachte sein großes Bedauern zum Ausdruck, dass die SPD und der Bürgermeister von KW nicht die Einladung wahrnahmen, um an der traditionellen Maifeier teilzunehmen. Andreas Schuster, Landesvorsitzender der GdP in Brandenburg ging auf den Sozialdumping in Europa, in Deutschland und in Brandenburg ein. Über 16 Millionen Arbeitslosen in Europa und kontinuierlicher gravierender Abbau von sozialen Errungenschaften in Griechenland, in Portugal und in Spanien und in vielen anderen europäischen Länder durch ständige Sparmaßnahmen, wo die Banken immer mehr Rendite machen würden, sei die gegenwärtige europäische Politik gekennzeichnet. Vor allen Dingen sei es sehr bedenklich, dass es überhaupt keine einheitlichen Sozialstandards in Europa gäbe. In Deutschland, dem viertreichsten Land, hätten bereits 10 Prozent der Bevölkerung 50 Prozent des Vermögens auf sich vereint, wo viele Bürger nicht von Ihrem Einkommen leben könnten. Schuster ging dann auf die sich entwickelnde Grenzkriminalität in Brandenburg ein, die mit dem Öffnen der Grenzen nach Polen vorauszusehen war, aber teilweise von Politikern bagatellisiert bzw. ignoriert wurde. Dem steht der Abbau von Polizeibeamten in Brandenburg eklatant entgegen. In den vergangenen Jahren wurden bereits über 1700 Stellen gestrichen und bis 2020 sollen es weitere mehr als 1900 Stellen betreffen. Insgesamt fehlen im Öffentlichen Dienst mehr als 100.000 Bedienstete, um soziale, ordnungsrechtliche und Bildungsaufgaben zu erfüllen. Fazit und Resümee Schusters Rede: Ein Appell an die Politiker, eine vernünftige und ausgewogene Sozialpolitik zu betreiben. Gegen 11.00 Uhr war der Andrang auf der Mühleninsel dann so groß, dass man große Schwierigkeiten mit der Orientierung hatte - man konnte sich zeitweilig wahrhaftig auf der Mühleninsel nicht so recht fortbewegen. Die große Politik wurde dann von der Band KuSuMu zur großen Freude aller Anwesenden unterbrochen. Stefan Ludwig, MdL und Landesvorsitzender der Linken in Brandenburg erinnerte an die Geschichte des 1. Mai, wo in Chicago 1886 Arbeiter für den 8-Stundentag bei einer 6-Tagearbeitswoche demonstrierten, wobei der 1. Mai seit 1912 offiziell begangen wird. Damit war Ludwig sofort bei einem aktuellen Factum, wo bei First Solar in Frankfurt an der Oder die Arbeitnehmer täglich 12 h pro Tag zu Dumpinglöhnen schufteten. Ludwig versprach für die Zukunft hier sozialverträgliche Lösungen, so dass nur noch Betriebe und Unternehmen gefördert werden würden, wenn die sozialen Standards und der Mindestlohn eingehalten werden.
Man konnte aber auch bei aller Politik den Tag auf der Mühleninsel so richtig genießen – und viele machten davon auch redlich gebrauch. Bei einer Pulle Bier, einer Tasse Kaffee oder einem Glas Limo, jeweils zu Friedenspreisen, ließ man den lieben Gott einen guten Mann sein. Für die logistische Sicherstellung sorgte liebevoll die Familie Meinicke-Kleint - Mutter, Tochter und Sohn.
Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen