Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher Dr. Andreas Bernig:
Die Zahl der Arbeitslosen ist in Brandenburg gegenüber dem Vormonat deutlich, um 15.595 Personen, gestiegen. Gegenüber dem Januar 2011 hat sich die Zahl um 11.314 verringert. Es schlagen sich deutliche saisonale Einflüsse in der Statistik nieder. Panik ist insofern nicht angebracht.
Unabhängig von diesen saisonalen statistischen Effekten ist allerdings eine Revision der Statistik überfällig. So werden in der Arbeitslosenstatistik die 58-Jährigen, die zwölf Monate lang nicht gearbeitet haben und auch nicht vermittelt werden können, nicht erfasst.
Eine weitere Ausnahme besteht darin, dass die Einschaltung privater Abeitsvermittler dazu führt, dass jemand dann nicht mehr als arbeitslos gilt.
Ein weiterer statistischer Salto wird bei Arbeitslosen gedreht, die krank sind, Ein-Euro-Jobbern oder Personen, die sich in einer Weiterbildungsmaßnahme befinden. Diese Gruppen werden bereits seit längerem nicht mehr als arbeitslos gezählt und sie werden damit ebenfalls nicht mit der Arbeitslosenstatistik erfasst. Hier ist endlich Ehrlichkeit angezeigt.
Die Zahl der Personen in Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik ist mit 44.233 um fast ein Drittel geringer als vor einem Jahr. Hier schlagen sich die dramatischen Mittelkürzungen der Bundesregierung negativ nieder. Dies geht deutlich zu Lasten der Beschäftigungschancen von Langzeitarbeitslosen und Geringqualifizierten. Dieser Kurs muss korrigiert werden.